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Was erfolgreiche Unternehmen anders machen Top-Unternehmen
geben der Bedeutung von Prozess- und Kostenoptimierung sowie der
Konzentration auf Innovationen einen anderen Stellenwert.
Vor mehr als zehn Jahren prophezeite Jack Welch, langjähriger
CEO von General Electric, globale Preiswettbewerbe, die man sich bis
dato kaum vorstellen konnte und er meinte "It's going to be
brutal. When I said a while back that the 1980s would be even
tougher, I may have understated how hard it's going to get".
Jack Welch prophezeite eine Entwicklung, die Unternehmen in nahezu
allen Branchen kennen lernen mussten: Kunden werden immer
anspruchsvoller. Sie wollen die höchste Qualität zu den
niedrigsten Preisen. Die steigende Markttransparenz macht Kunden zu
gut informierten, gnadenlosen Einkäufern und es wird schwieriger,
sich von Konkurrenzangeboten zu differenzieren. Die Folgen sind
erbitterte Preis- und Qualitätskämpfe.
In einer breit angelegten Studie haben wir 371 deutsche,
österreichische und schweizer Führungskräfte aus einem breiten
Branchenmix im Rahmen einer Online-Studie über Preis- und
Qualitätsänderungen, Innovationsverhalten und Erfolgsfaktoren
befragt.
Über 70% der von uns befragten Führungskräfte sehen nur
geringe oder gar keine Differenzierungsmöglichkeiten in ihrer
Branche, weder auf der Ebene der Leistungserstellung, noch durch die
Art und Weise des Vertriebs oder auf Ebene der Produkte und
Dienstleistungen. Dies zeigt sich in den mittel- bis
längerfristigen Preis- und Qualitätsentwicklungen:
- 27% der untersuchten Unternehmen haben in den letzten drei
Jahren die Qualität ihrer Produkte und Leistungen verbessert, ohne
dabei die Preise erhöhen zu können,
- 32,4% müssen trotz Qualitätsverbesserungen niedrigere Preise in
Kauf nehmen,
- nur 14,3% der Unternehmen gelingt es, mit Qualitätsverbesserungen
auch längerfristig höhere Preise zu erzielen,
- 8,3% der Unternehmen müssen für die gleiche Qualität einen
niedrigeren Preis akzeptieren und
- 4,8% der Unternehmen gelingt es, bei gleich bleibender Qualität
die Preise zu erhöhen.
Offensichtlich führen die Innovationsbemühungen bei vielen
Unternehmen nur zu bescheidenen Erfolgen. Verdeutlicht wird dies
durch die Tatsache, dass es über einem Drittel der befragten
Unternehmen nicht gelingt, mit Innovationen die eigenen
Wettbewerbsposition zu verbessern. Nur etwa 13% der Unternehmen ist
es gelungen, einen neuen Standard in der Branche zu setzen und etwa
60% der Unternehmen gaben an, dass durch die eigene
Innovationstätigkeit keine oder nur geringe Preisvorteile zu
realisieren waren.
Unterschiede in Strategie und Schwerpunkten
Worin unterscheiden sich nun Unternehmen, denen es gelingt,
sowohl Qualitätssteigerungen zu erreichen und höhere Preise am
Markt durchzusetzen? Um diese Frage zu beantworten, haben wir ihre
strategische Orientierung, die Innovationsprozesse und ihre
Schwerpunkte näher beleuchtet und dabei festgestellt, dass sie sich
hier klar von durchschnittlichen Unternehmen abheben. Wir bezeichnen
diese Unternehmen hier als Top-Unternehmen. Sie heben sich nicht nur
hinsichtlich der Qualitäts- und Preisverbesserungen ab, sondern
weisen auch eine überdurchschnittliche Profitabilität auf. Diese
Unternehmen haben meist ein radikal anderes Verständnis bezüglich
ihrer strategischen Erfolgsfaktoren. Während
Top-Unternehmer versuchen, die Zukunft proaktiv mitzugestalten,
versuchen die übrigen Unternehmen eher, Bestehendes zu erhalten und
zu optimieren, sie legen den Schwerpunkt auf Kostenoptimierung.
Fragt man nach den größten strategischen Herausforderungen
zeigt sich ein klarer Unterschied:
- Top-Unternehmen sehen in
der Nutzung der Mitarbeiterpotenziale ihre Priorität, bei
den übrigen Unternehmen liegt dieser Faktor erst an zweiter Stelle
- Sie konzentrieren sich auf
die erfolgreiche Führung von Innovationen. Bei Unternehmen,
die bei steigender Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen
stagnierende oder gar sinkende Preise in Kauf nehmen müssen, liegt
dieser Erfolgsfaktor auf Platz sechs, knapp hinter der Verbesserung
der Führungsqualität und strategischer Neuausrichtung.
- Schließlich arbeiten
Top-Unternehmen kontinuierlich an einer Verbesserung der
Kundenorientierung, die Prozess und Kostenoptimierung liegt erst an
vierter Stelle.
Im Vergleich zwischen Top-Unternehmen und den übrigen
Unternehmen liegen damit ganz klare Unterschiede in der Bedeutung
von Prozess- und Kostenoptimierung und der Konzentration auf
Innovation.
Visionäres Denken als Erfolgsfaktor
Folgt man den Erkenntnissen Schumpeters, so setzt Wertentstehung
im Kern "kreative Zerstörung" voraus. Diese Einsicht ist
nicht ganz neu. Wohl aber das wachsende Bewusstsein, dass in vielen
Branchen und Unternehmen Systemveränderungen wichtiger sind als
bloße Systemverbesserungen in kleinen Schritten. Die Ergebnisse
unserer Studie zeigen aber eine andere Realität. Pointiert
formuliert: Der Erhaltung des Bestehenden wird ein wesentlich
höherer Stellenwert beigemessen, als der kreativen Schaffung von
Neuem. Die meisten Unternehmen streben nach kontinuierlicher
Verbesserung und Optimierung. Diese Unternehmen müssen im Regelfall
Preissenkungen in Kauf nehmen, obwohl sie die Qualität ihrer
Leistungen kontinuierlich steigern müssen. Nur wenige Unternehmen -
in unserer Studie weniger als 20% - schaffen es, höhere Preise am
Markt durchzusetzen und das meist nur bei deutlich steigender
Qualität. Es zeigen auch zahlreiche empirische Studien, dass
zwischen Downsizing, Outsourcing usw. und nachhaltigem
Unternehmenserfolg kaum ein Zusammenhang besteht. Die Geschichte
kennt kein Beispiel für ein Unternehmen, dass durch
Gesundschrumpfen groß geworden ist. Letztlich
handelt es sich bei Prozess- und Kostenoptimierung um rein defensive
Maßnahmen, die Effizienzsteigerung wird zur obersten Maxime.
Vielmehr scheinen aber visionäres Denken, Konzentration auf die
Kernkompetenzen und Konzentration auf die Innovationsfähigkeit jene
Faktoren zu sein, die Unternehmen zum nachhaltigen Erfolg verhelfen.
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